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Der Bau des ersten modernen Betonkanus reicht in die Jahre 1968/69 zurück. Es kam in den USA als schwere Ferrocement-Konstruktion (Feinbeton mit Maschendrahtbewehrung) mit 180 kg Gewicht "zur Welt”
Ende der siebziger Jahre griff der Bundesverband der Deutschen Zementindustrie e.V. die Idee der Betonkanus auf und realisierte sie schließlich erstmals 1986 bei der 1. Deutschen Betonkanu-Regatta. Die Initiatoren, zu denen auch der Deutsche Beton-Verein E.V. und das Institut für Massivbau der TU Darmstadt gehörten, hatten dabei die gleichen Beweggründe: Aus Universitäten, Fachhochschulen, Berufsfachschulen und Ausbildungszentren - also überall dort, wo Betontechnologie und -technik gelehrt wird - sollte zukünftigen Architekten, Ingenieuren und Baufachleuten eine Plattform geboten werden, sich im Wettbewerb mit Betonkonstruktionen und mit den Baustoffen zu befassen, bei der Ausführung handwerklich mit dem Baustoff zu arbeiten und schließlich die theoretischen Überlegungen sowie Konstruktion und Ausführung zu dokumentieren. Sie sollten dabei aber auch ihre Phantasie und ihre Ideen einsetzen und dabei Spaß haben: beim Entwurf und Bau der Betonkanus und später im sportlichen Wettkampf auf dem Wasser. Es ist eine komplexe Aufgabe zu lösen, nämlich die Festigkeit und Wasserdichtheit der Baustoffe so in der Kanukonstruktion zu nutzen, dass leichte und gleichzeitig robuste Kanus entstehen - und das bei nur wenige Millimeter dicken Bootswänden.
Ein zweiter wichtiger Aspekt kommt hinzu: Der Bau eines Betonkanus ist auf der fachlichen wie der organisatorischen Seite Teamarbeit, wie sie heute nicht nur in technischen Berufen gefordert wird. Die verantwortliche Übernahme von Teilaufgaben, ihre Koordination und Abstimmung und das Zusammenfügen aller Einzelergebnisse zum Gesamtwerk ist eine hocheinzuschätzende Erfahrung. Dieser positive Lerneffekt war bei allen Betonkanu-Wettbewerben seit 1986 zu spüren und mitzuerleben.
aus: Ein Betonkanu entsteht, Vorwort Prof. Dr.-Ing Bayer

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